Inspirationen vom 20. November 2019

Losung

Meine Lippen und meine Seele, die du erlöst hast, sollen fröhlich sein und dir lobsingen.

Psalm 71,23

Lehrtext

Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern.

Epheser 5,19

Aktuelle Woche

Kirchliche Woche

Sonntag, 17. November 2019 bis Samstag, 23. November 2019

Spruch

Gerechtigkeit erhöht ein Volk, aber die Sünde ist der Leute Verderben. (Spr 14, 34)

Feiertag

Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres

Erklärung

Die Festlegung des Buß- und Bettags auf den Mittwoch vor dem letzten Sonntag des Kirchenjahres, dem Ewigkeitssonntag, auf einen Beschluss der Eisenacher Konferenz von 1852 zurück. Die nord- und mitteldeutschen Landeskirchen schlossen sich dieser Terminregelung 1893 an. In Süddeutschland hingegen setzte sich dieser Termin erst im 20. Jahrhundert durch. In allen deutschen Bundesländern ist der Buß- und Bettag staatsrechtlich geschützt. Als gesetzlicher Feiertag wurde er allerdings zur Finanzierung der Pflegeversicherung (außer in Sachsen) 1995 in allen Bundesländern abgeschafft. Dennoch bleibt er überall kirchlicher Feiertag. In den Predigten dieses Tages wird vor allem der Gedanke der Umkehr vor Gott aufgegriffen. Diese Einladung zur Umkehr = Buße gilt dabei sowohl für den Einzelnen mit seiner Schuld als auch – im Sinne des Wächteramtes der Kirche – für die Gesellschaft mit ihrer Schuld. Da die Kirche aber stets auch Kirche in der Welt ist, ist die Botschaft des Buß- und Bettages freilich auch immer an sie selbst gerichtet. Jede selbstgerechte Überheblichkeit der „Welt“ gegenüber muss deshalb für die Kirche gerade auch an diesem Tag ausgeschlossen bleiben.

aus: Buchna, J: 1x1 des Kirchenjahres

Thema

Buß - und Bettag

Röm 2, 1-11

1 Darum, o Mensch, kannst du dich nicht entschuldigen, wer du auch bist, der du richtest. Denn worin du den andern richtest, verdammst du dich selbst, weil du ebendasselbe tust, was du richtest.

2 Wir wissen aber, dass Gottes Urteil zu Recht über die ergeht, die solches tun. 

3 Denkst du aber, o Mensch, der du die richtest, die solches tun, und tust auch dasselbe, dass du dem Urteil Gottes entrinnen wirst?

4 Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut? Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?

5 Du aber, mit deinem verstockten und unbußfertigen Herzen, häufst dir selbst Zorn an für den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes,

6 der einem jeden geben wird nach seinen Werken:

7 ewiges Leben denen, die in aller Geduld mit guten Werken trachten nach Herrlichkeit, Ehre und unvergänglichem Leben;

8 Zorn und Grimm aber denen, die streitsüchtig sind und der Wahrheit nicht gehorchen, gehorchen aber der Ungerechtigkeit;

9 Trübsal und Angst über alle Seelen der Menschen, die das Böse tun, zuerst der Juden und auch der Griechen;

10 Herrlichkeit aber und Ehre und Frieden allen denen, die das Gute tun, zuerst den Juden und ebenso den Griechen.

11 Denn es ist kein Ansehen der Person vor Gott.

Andacht der Woche

Schön anzusehen war es ja: das Herbstlaub, wenn die Sonne sein Braun gegen den Himmel golden leuchten ließ in den verschiedensten Nuancierungen. Doch nach und nach sind die Blätter gefallen, der Wind oder die Herbststürme haben nachgeholfen, bis nur noch einzelne Blätter verloren an den sonst kahlen Ästen hingen. Zudem ging es mit den Temperaturen bergab, erste Frostnächte oder gar Tage ließen schnell die Sehnsucht aufkommen nach Wärme.
Die Herbsttage leiten die Zeit ein, in der die Natur ruht, Wachsen und Blühen scheint zum Stillstand gekommen. Nicht selten wird vom Absterben der Natur gesprochen.
In diese Zeit fallen die Feiertage, an denen menschliche Grenzen, Vergänglichkeit und Tod das Thema ist.
Störende Tage für diejenigen, die den Tod Tod sein lassen wollen, die leben wollen und mit dem Leben ihren Spaß haben. Private Radiosender zum Beispiel ändern am Ewigkeitssonntag keineswegs ihre Klangfarbe, lockere Sprüche und die neusten Hits auch an solchen Tagen rund um die Uhr. Angst oder Eingeständnis, dass Leben nicht machbar ist? Dem Leben jede nur mögliche Phase abgewinnen?
Dabei sind die Christen mit ihrem Nachdenken über den Tod gar nicht so dumm. Zum einen erkennen sie, dass jedes Leben seine Grenzen hat, nicht nur die des Todes. Sie sehen die Grenzen des Machbaren. Zum anderen bekommt Leben einen anderen Wert, wenn es einmal aus dem Blickwinkel des Sterbens gesehen wird, wohlgemerkt nicht des Todes. Wer einmal einen sterbenden Menschen begleitet hat, mag erkannt haben, dass Nähe und Geborgenheit die menschlichen Grundbedürfnisse sind. Alles andere tritt in den Hintergrund.
Und was die Perspektive des Lebens betrifft, ist der Herbst übrigens auch kein schlechter Lehrmeister, denn er treibt bereits neue Knospen, kleine Zeichen, dass der Tod nicht das letzte Wort behalten wird, dass etwas zu erwarten ist, was wir jetzt nur ahnen können.


Klaus-Uwe Nommensen, Pastor i.R.

Liturgische Farbe

Liturgische Farbe Violett - Bild von Erich Grün

Violett  - Mischfarbe von Himmel (blau) und Erde (rot) bestimmt die Bußzeiten als Zeiten aktiven Wartens auf eine neue Zeit und eine bessere Welt (Adventszeit, Passionszeit, Buß- und Bettag)

Bild: Sammlung Erich Grün                  

© Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Text: Grethlein, C./Ruddat, G.: Liturgisches Kompendium

Moment Mal

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Erfahrungen des menschlichen Alltags, aus dem Glauben gedeutet - Eine Reihe zum kurzen Innehalten im schnellen Lauf der Zeit - Autorin: Sabine Schümann

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Morgenandacht

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Die Menschen sind nur Gäste auf der Erde und sie sind dort nicht allein. Das Gefühl des "Genug" steht dem Zeitgeist entgegen. Die Morgenandacht von Karen Siegert.

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Wochenspüche in Gebärdensprache

Wochenlied

Aus tiefer Not lasst uns zu Gott (EG 144) und Nimm von uns, Herr, du treuer Gott (EG 146)